Gebangt, gehofft und erneut verloren...

Ich kann mich noch gut an so manchen Herbst und Winter erinnern, wenn meine Kollegen morgens die Zahl der noch anwesenden Schüler, die nicht aufgrund von ansteckender Erkältung oder Grippe zu Hause geblieben waren, erfassten. Es gab Zeiten, da fehlte fast ein Drittel der Schüler- und Lehrerschaft. Dann machten wir halt aus drei Klassen zwei, um damit einen der vielen kranken Lehrer weniger ersetzen zu müssen und der Schulbetrieb lief weiter...

 

Und heute?

Die Schulen sind mittlerweile, was den Infektionsschutz angeht, Vorzeigeobjekte. Auch unsere Einrichtung reiht sich dort ein. Mit einem enormen zeitlichen und organisatorischen Aufwand sorgen wir für Sauberkeit, Sicherheit und die Einhaltung aller geltenden Hygieneregeln. Wir testen zweimal pro Woche alle Anwesenden in der Schule, tragen trotz negativer Testergebnisse Mundschutz, achten akribisch auf regelmäßiges Lüften sowie die Einhaltung der Mindestabstände.

Wir haben längst unter Beweis gestellt, dass die Schulen keine Pandemieträger sind. Wir tun alles dafür, dass die Kinder regelmäßig zur Schule gehen können und wieder einen halbwegs stabilen Tagesablauf bekommen. Der Freistaat Sachsen lässt die Lehrer impfen, koppelte seit Ostern endlich auch die Infektionszahlen von der Schulöffnung ab... ABER - wir schließen erneut!

Meine Kollegen und ich sind fassungslos angesichts dieser politischen Ignoranz und Willkür. Da werden Zahlen, wie der Inzidenzwert 165, ausgehandelt, die der Möglichkeit einsamen nächtlichen Joggens mehr Bedeutung beimessen als der Bildung von Kindern und Jugendlichen!

 

Unbestritten gibt es Orte und Landkreise, die höhere Infektionszahlen auch in Schulen verzeichnen, deshalb der Anteil der Schulklassen und Lehrer in Quarantäne das ganze Schuljahr entsprechend hoch war. Aber eben nicht flächendeckend überall! Warum betrachtet man die Einrichtungen denn nicht einzeln, entsprechend der jeweiligen Situation?

Auch warte ich bis heute darauf, dass einer dieser Verantwortlichen uns an der Basis besucht oder interessiert ist an einem Erfahrungsaustausch mit uns Lehrern, den Elternvertretern, den Schülern... Nichts dergleichen geschah! Deutschland, das Land der vergessenen Kinder?!

 

Nun müssen wir wieder ins Homeschooling, von dem wir erneut zwar nicht wissen, wie lange es wieder dauert, dafür aber umso mehr, was uns Beteiligten alles abverlangt werden wird.

 

Ich denke da an unsere Fünftklässler, die sich gerade erst in ihrem neuen Lebensabschnitt etwas eingerichtet hatten, ich denke an alle unsere Schüler, die sich nach 11 Wochen Distanzlernens eben mit der neuen Form des Wechselunterrichtes arrangierten, ich denke an unsere Abschlussschüler, die mit ständig neuen Verordnungen, Wahlmöglichkeiten, aber auch Verboten klarkommen mussten, ich denke an meine Kollegen, die all ihre Unterrichtsplanungen und Vorbereitungen erneut über den Haufen schmeißen dürfen, ich denke an alle Eltern, die zum wiederholten Male vor der Aufgabe stehen, darüber zu wachen, dass ihr Kind nicht komplett die Lernmotivation verliert... Das Prozedere mit ungewissem Ausgang beginnt von vorn.

 

Liebe Schüler, liebe Kollegen!

Auch wenn wir uns gerade sehr im Stich gelassen fühlen, uns sollte bewusst sein, wir sitzen alle im selben Boot. Wir müssen uns auf einen Kurs festlegen und gemeinsam rudern, dann kommen wir trotz allem vorwärts! Die Richtung ist klar, ihr Kinder sollt lernen, ihr sollt einen geregelten Tagesablauf haben, ihr sollt einander nicht aus den Augen verlieren.

 

Deshalb hier nun noch ein paar Hinweise für nächste Woche:

 

  • Die Abschlussklassen werden als einzige Ausnahme weiter im Präsenzunterricht beschult, in denselben Gruppen, nach dem gleichen Stundenplan wie bisher.
  • Alle anderen Klassenstufen gehen wieder ins Homeschooling. Die Aufgaben für nächste Woche tragen am Ende des Dateinamens die Nummer 12. Wir werden uns auch bemühen, die Anteile des Online-Unterrichts und der Videokonferenzen in manchen Klassen weiter zu erhöhen. Allerdings macht das aber eben auch nur Sinn, wenn die Teilnahme aller Kinder entsprechend abgesichert wird.
  • An der Online-Präsenz zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr halten wir fest !

 

Liebe Eltern,

auch Sie sitzen in unserem „Schulboot“ und aus den Gesprächen mit vielen von Ihnen wissen wir, dass Sie wahrscheinlich die größte Ruderarbeit leisten. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist es besonders wichtig, dass Eltern, Schüler und Lehrer miteinander kommunizieren, um schulischen und menschlichen Problemen beim Distanzlernen entsprechend begegnen zu können. Suchen Sie, wann immer Sie die Notwendigkeit verspüren, den Kontakt zur Schule! Wir dürfen nicht zulassen, dass wir tatsächlich ein Land der vergessenen Kinder sind. Zeigen wir Erwachsenen das Verantwortungsbewusstsein, das unseren Politikern gerade abhandengekommen zu sein scheint!

 

Ich wünsche uns allen für die nächste Zeit Gesundheit und Kraft, die Zuversicht nicht zu verlieren. Bleiben wir einfach ein gutes „Ruderteam“!

Uwe Klaffenbach, Sl

 

 

 

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